Automatisierung & Prozesse

Warum muss ein Prozess erst dokumentiert werden, bevor er automatisiert wird?

5 Min.

Ein Prozess muss vor der Automatisierung dokumentiert werden, weil erst die schriftliche Erfassung aller Schritte und Ausnahmefälle zeigt, was tatsächlich passiert — ohne diese Dokumentation automatisiert man häufig nur die eigene Annahme über den Prozess, nicht den echten Ablauf.

Ein Prozess wirkt im Kopf oft einfacher, als er in der Praxis ist — erst die schriftliche Dokumentation legt die tatsächliche Komplexität offen.

KI-Grundlagen
Prompting
Automatisierung
Lernpfad
Grundlagen & Governance
Praxis-Workshop
Eigene Use Cases
Zertifizierung
Zertifikat erhalten

Vorher/Nachher: Automatisierung der Urlaubsantragsfreigabe

Vorher wird angenommen, der Prozess bestehe nur aus „Antrag stellen, Vorgesetzter genehmigt" — bei der Umsetzung zeigt sich, dass es je nach Abteilung unterschiedliche Vertretungsregeln und eine zusätzliche Freigabe bei mehr als 5 aufeinanderfolgenden Urlaubstagen gibt.

Nachher wird der Prozess vorab mit den beteiligten Abteilungen dokumentiert, inklusive aller Sonderregeln — die Automatisierung wird direkt mit den echten Regeln gebaut, statt nachträglich korrigiert werden zu müssen.

Beispielrechnung zum Dokumentationsaufwand

Beispielrechnung: Die Dokumentation eines mittelkomplexen Prozesses mit den beteiligten Fachbereichen dauert üblicherweise 3 bis 5 Stunden; bei 45 Euro Stundensatz sind das rund 135 bis 225 Euro einmaliger Aufwand — verglichen mit den Kosten einer nachträglichen Korrektur einer bereits gebauten, aber falsch angenommenen Automatisierung ist das deutlich günstiger.

Warum dieser Schritt oft übersprungen wird

Unter Zeitdruck wirkt die direkte Umsetzung schneller als die vorgelagerte Dokumentation — in der Praxis kostet die nachträgliche Korrektur falscher Annahmen aber meist mehr Zeit, als die Dokumentation vorab gekostet hätte.

Wann eine ausführliche Dokumentation nicht nötig ist

Bei sehr einfachen, bereits vollständig bekannten Prozessen ohne Sonderregeln (z. B. eine reine Weiterleitung ohne Entscheidungslogik) ist eine ausführliche Dokumentation verzichtbar.

Einordnung

Wann passt es — und wann eher nicht

Wann passt es

  • Der Prozess hat bekannte oder vermutete Sonderregeln und Ausnahmefälle
  • Mehrere Abteilungen oder Personen sind am Prozess beteiligt
  • Es gibt Zeit, den Prozess vor der Umsetzung mit 3 bis 5 Stunden Aufwand zu dokumentieren

Wann eher nicht

  • Der Prozess ist nachweislich immer gleich, ohne jede Ausnahme
  • Nur eine Person ist am Prozess beteiligt und kennt ihn vollständig
  • Es besteht akuter Zeitdruck, der eine vorgelagerte Dokumentation praktisch ausschließt

Haben Sie Fragen zum Thema?

Wir helfen Ihnen, den nächsten konkreten Schritt für Ihr Unternehmen zu finden.

Alle Wissen-Artikel

Nächster Schritt

Bereit für Ihre KI-Infrastruktur?

Nextise begleitet Sie von der ersten Analyse bis zur produktiven Lösung. In 6–10 Wochen einsatzbereit.

Franz Nkemaka
Geschäftsführer Nextise GmbH

Lassen Sie uns gemeinsam über Ihre KI-Transformation sprechen

Stuttgart, Königstrasse 10C